Titel / Künstler
Datum
Typ
lynch. - SHADOWS
Datum: 2009.07.08
CD
Künstler: lynch.
Erscheinungsdatum: 2009.07.08
Endlich war es soweit; nach über einem Jahr erschien lynch.s mittlerweile drittes Studioalbum, welches von den Fans heiss ersehnt worden war, und das hohe Erwartungen zu erfüllen hatte. Für meinen Teil fiel das Resultat allerdings leider anders aus als erhofft:
1. LAST NITE
Die Piano Melodie am Anfang lässt einen sofort aufhorchen; auch sonst verspricht das Lied zuerst, einen sehr beeindruckenden Opener zum Album zu werden, doch verflacht der Sound bereits mit dem Einsetzen des ersten Verses, da das Ganze antiklimatisch wirkt. Auch passt das fortgeführte Klavier nicht wirklich zu den gespielten Gitarrenriffs. Schwachpunkt des Songs ist aber ganz klar der Refrain, welcher flach und einfallslos klingt. Das Basssolo in der Mitte von LAST NITE beeindruckt, doch insgesamt hört sich das Lied zu zaghaft an und zu wenig ausgereift.
2. ADORE
Diese neu eingespielte Version ist wohl eines der stärksten Lieder des Albums, doch scheinen die Gitarren und der Bass während den Strophen zu leise abgemischt, was dem Lied viel Power raubt. Das Herzstück des Songs ist aber zum Glück nach wie vor vorhanden und beruhigt so wohl auch anfänglich kritische Hörer.
3. MAZE
Fesselnd ist in diesem Track vor allem der Bass, dessen Melodie in den Strophen sehr stark zum Ausdruck kommt. Das mittlere Tempo und die minimalistische Herangehensweise was die Instrumentierung betrifft, stehen MAZE sehr gut zu Gesicht. Das Ganze ist simpel gehalten, driftet aber nie ins Langweilige ab. Hazukis Stimme schmiegt sich an die Gehörgänge des Zuhörers, das Gitarrensolo ist kurz, passt aber sehr gut zur Stimmung des Songs, welche zum Ausruhen und Relaxen einlädt.
4. EVILLY
Ein harter Track im gewohnten lynch. Stil mit dröhnenden Gitarrenwänden, präzisem Rhythmus und verzerrten Vocals. Wirklich herausstechen vermag das Lied jedoch nicht, und die Kürze des ruhigen Mittelteils ist enttäuschend, da gerade dieser dem Song etwas Eigenes verleiht. EVILLY ist ein Lied, welches wohl am besten live funktioniert und dort auch am besten zur Geltung kommt.
5. I DON'T KNOW WHERE I AM
Leicht und fliessend ist Lied Nummer Fünf, und hier zeigen lynch. auch, dass sie Mut zur Weiterentwicklung haben, ist dieser Song doch um einiges anders als ihr sonstiges Material. Einzig die spiralförmige Gitarrenmelodie die ein paar Mal im Lied vorkommt, hört sich zu sehr nach derjenigen aus der B-Seite an illusion an, ansonsten bringt I DON'T KNOW WHERE I AM frischen Wind in dieses Album. Auch erinnert mich der Track an etwas, das aus der Feder von L'Arc~en~Ciel stammen könnte, von dem eben genannten Gitarrenmotiv und Hazukis Schrei gegen Ende des Liedes mal abgesehen.
6. AMBIVALENT IDEAL
Auch dieses Lied wurde für das Album neu eingespielt, und verliert im Gegensatz zu ADORE um einiges weniger an Power, doch ist auch hier der original Version Vorzug zu geben. Dieser Track ist nach wie vor einer der besten Songs aus lynch.s Repertoire, mit seiner perfekten Mischung aus heavy und melodiös, den vielen Details und Hazukis warmer Stimme.
7. THE BLASTED BACK BONE
Nach EVILLY ein weiterer, typischer lynch. Song, der auf rauhe Power abzielt. Musikalisch gesehen nichts neues, doch hebt sich auch hier wie schon in MAZE der Bass hervor. Wiederum ein Song, der live wohl am besten funktioniert, denn mit nicht mal drei Minuten Spielzeit und der fehlenden Orginalität geht dieser Song auf dem Album ziemlich unter.
8. SHADOWZ
Hart beginnt auch SHADOWZ, wird jedoch bald von melodiösem Gesang abgelöst, den simple Gitarrenstrukturen begleiten, und dem ein verschlungener Bass-Teil unterliegt, bevor es wieder mit Volldampf weitergeht. Auf das Schlagzeug wird im Mittelteil viel Wert gelegt, dem ein schön-chaotischer Breakdown folgt, und gegen Ende mit einem mitreissenden Gitarrensolo, sowie leisen Pianoklängen aufwartet, bevor das Ganze in einem Nebel von weissem Rauschen untergeht. Insgesamt ist SHADOWZ ein ausgewogenes Stück, und sicherlich eines der stärkeren Stücke des Albums, läuft aber Gefahr, nach mehrmaligem Hören ein wenig langweilig zu klingen.
9. CULTIC MY EXECUTION
Eines der originellsten Lieder auf SHADOWS ist Lied Nummer Neun, welches mit einem wunderschönen, melancholischen, fast ominösen Klavier-Teil beginnt und danach in ein härteres Ambiente übergeht, welches von Hazuki mit gesprochenem Text unterlegt wird. Diese zwei Welten beginnen sich in der Mitte des Songs zu vermischen, was dem Ganzen noch mehr Intensität verleiht, doch fehlt doch noch ein bisschen, um dem Song etwas episches abzugewinnen. Die Ansätze dazu sind wahrlich vorhanden, doch gelingt es lynch. nicht ganz, einen mit aller Leib und Seele mitzureissen. Auch wäre CULTIC MY EXECUTION als letztes Lied des Albums wohl besser aufgehoben gewesen.
10. MARROW
Den Schlusspunkt von SHADOWS bildet MARROW, ein Stück welches nicht wirklich als letzter Song zu überzeugen vermag und dadurch einen etwas fahlen Nachgeschmack hinterlässt. Der Mittelteil ist der Kern- und Höhepunkt des Liedes, mit seiner Sanftheit und den wunderschönen Klängen einer Akustikgitarre, begleitet von Hazukis sanfter Stimme, doch passt das Drumherum, sprich die härteren Teile des Liedes nicht wirklich dazu, was MARROW ziemlich unausgewogen klingen lässt.
Fazit: Sowohl eine Entwicklung als auch eine Weiterführung von lynch.s Musik ist sicherlich auf diesem Album zu hören, doch insgesamt ist das Ganze zu unausgegoren und vermag nicht wirklich zu überzeugen, da so viele Schwachpunkte zu finden sind. Mit hohen Erwartungen tauchte ich in dieses Hörerlebnis ein, doch muss ich als grosser lynch. Fan feststellen, dass ich enttäuscht bin, denn diese Band hat weit mehr Potential als sie auf dieser CD entfalten konnte. So persönlich und individuell wie der Geschmack jedes Einzelnen ist, wird dieses Album bestimmt auch viele Liebhaber gewinnen, doch wird SHADOWS seinen Weg in meine Gehörgänge wohl nicht annähernd so oft finden wie seine Vorgänger.
© Dieses Review wurde von Rana für Nippon Project verfasst.
1. LAST NITE
Die Piano Melodie am Anfang lässt einen sofort aufhorchen; auch sonst verspricht das Lied zuerst, einen sehr beeindruckenden Opener zum Album zu werden, doch verflacht der Sound bereits mit dem Einsetzen des ersten Verses, da das Ganze antiklimatisch wirkt. Auch passt das fortgeführte Klavier nicht wirklich zu den gespielten Gitarrenriffs. Schwachpunkt des Songs ist aber ganz klar der Refrain, welcher flach und einfallslos klingt. Das Basssolo in der Mitte von LAST NITE beeindruckt, doch insgesamt hört sich das Lied zu zaghaft an und zu wenig ausgereift.
2. ADORE
Diese neu eingespielte Version ist wohl eines der stärksten Lieder des Albums, doch scheinen die Gitarren und der Bass während den Strophen zu leise abgemischt, was dem Lied viel Power raubt. Das Herzstück des Songs ist aber zum Glück nach wie vor vorhanden und beruhigt so wohl auch anfänglich kritische Hörer.
3. MAZE
Fesselnd ist in diesem Track vor allem der Bass, dessen Melodie in den Strophen sehr stark zum Ausdruck kommt. Das mittlere Tempo und die minimalistische Herangehensweise was die Instrumentierung betrifft, stehen MAZE sehr gut zu Gesicht. Das Ganze ist simpel gehalten, driftet aber nie ins Langweilige ab. Hazukis Stimme schmiegt sich an die Gehörgänge des Zuhörers, das Gitarrensolo ist kurz, passt aber sehr gut zur Stimmung des Songs, welche zum Ausruhen und Relaxen einlädt.
4. EVILLY
Ein harter Track im gewohnten lynch. Stil mit dröhnenden Gitarrenwänden, präzisem Rhythmus und verzerrten Vocals. Wirklich herausstechen vermag das Lied jedoch nicht, und die Kürze des ruhigen Mittelteils ist enttäuschend, da gerade dieser dem Song etwas Eigenes verleiht. EVILLY ist ein Lied, welches wohl am besten live funktioniert und dort auch am besten zur Geltung kommt.
5. I DON'T KNOW WHERE I AM
Leicht und fliessend ist Lied Nummer Fünf, und hier zeigen lynch. auch, dass sie Mut zur Weiterentwicklung haben, ist dieser Song doch um einiges anders als ihr sonstiges Material. Einzig die spiralförmige Gitarrenmelodie die ein paar Mal im Lied vorkommt, hört sich zu sehr nach derjenigen aus der B-Seite an illusion an, ansonsten bringt I DON'T KNOW WHERE I AM frischen Wind in dieses Album. Auch erinnert mich der Track an etwas, das aus der Feder von L'Arc~en~Ciel stammen könnte, von dem eben genannten Gitarrenmotiv und Hazukis Schrei gegen Ende des Liedes mal abgesehen.
6. AMBIVALENT IDEAL
Auch dieses Lied wurde für das Album neu eingespielt, und verliert im Gegensatz zu ADORE um einiges weniger an Power, doch ist auch hier der original Version Vorzug zu geben. Dieser Track ist nach wie vor einer der besten Songs aus lynch.s Repertoire, mit seiner perfekten Mischung aus heavy und melodiös, den vielen Details und Hazukis warmer Stimme.
7. THE BLASTED BACK BONE
Nach EVILLY ein weiterer, typischer lynch. Song, der auf rauhe Power abzielt. Musikalisch gesehen nichts neues, doch hebt sich auch hier wie schon in MAZE der Bass hervor. Wiederum ein Song, der live wohl am besten funktioniert, denn mit nicht mal drei Minuten Spielzeit und der fehlenden Orginalität geht dieser Song auf dem Album ziemlich unter.
8. SHADOWZ
Hart beginnt auch SHADOWZ, wird jedoch bald von melodiösem Gesang abgelöst, den simple Gitarrenstrukturen begleiten, und dem ein verschlungener Bass-Teil unterliegt, bevor es wieder mit Volldampf weitergeht. Auf das Schlagzeug wird im Mittelteil viel Wert gelegt, dem ein schön-chaotischer Breakdown folgt, und gegen Ende mit einem mitreissenden Gitarrensolo, sowie leisen Pianoklängen aufwartet, bevor das Ganze in einem Nebel von weissem Rauschen untergeht. Insgesamt ist SHADOWZ ein ausgewogenes Stück, und sicherlich eines der stärkeren Stücke des Albums, läuft aber Gefahr, nach mehrmaligem Hören ein wenig langweilig zu klingen.
9. CULTIC MY EXECUTION
Eines der originellsten Lieder auf SHADOWS ist Lied Nummer Neun, welches mit einem wunderschönen, melancholischen, fast ominösen Klavier-Teil beginnt und danach in ein härteres Ambiente übergeht, welches von Hazuki mit gesprochenem Text unterlegt wird. Diese zwei Welten beginnen sich in der Mitte des Songs zu vermischen, was dem Ganzen noch mehr Intensität verleiht, doch fehlt doch noch ein bisschen, um dem Song etwas episches abzugewinnen. Die Ansätze dazu sind wahrlich vorhanden, doch gelingt es lynch. nicht ganz, einen mit aller Leib und Seele mitzureissen. Auch wäre CULTIC MY EXECUTION als letztes Lied des Albums wohl besser aufgehoben gewesen.
10. MARROW
Den Schlusspunkt von SHADOWS bildet MARROW, ein Stück welches nicht wirklich als letzter Song zu überzeugen vermag und dadurch einen etwas fahlen Nachgeschmack hinterlässt. Der Mittelteil ist der Kern- und Höhepunkt des Liedes, mit seiner Sanftheit und den wunderschönen Klängen einer Akustikgitarre, begleitet von Hazukis sanfter Stimme, doch passt das Drumherum, sprich die härteren Teile des Liedes nicht wirklich dazu, was MARROW ziemlich unausgewogen klingen lässt.
Fazit: Sowohl eine Entwicklung als auch eine Weiterführung von lynch.s Musik ist sicherlich auf diesem Album zu hören, doch insgesamt ist das Ganze zu unausgegoren und vermag nicht wirklich zu überzeugen, da so viele Schwachpunkte zu finden sind. Mit hohen Erwartungen tauchte ich in dieses Hörerlebnis ein, doch muss ich als grosser lynch. Fan feststellen, dass ich enttäuscht bin, denn diese Band hat weit mehr Potential als sie auf dieser CD entfalten konnte. So persönlich und individuell wie der Geschmack jedes Einzelnen ist, wird dieses Album bestimmt auch viele Liebhaber gewinnen, doch wird SHADOWS seinen Weg in meine Gehörgänge wohl nicht annähernd so oft finden wie seine Vorgänger.
© Dieses Review wurde von Rana für Nippon Project verfasst.





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