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Metal Safari im Shibuya Cyclone
Datum: 2010.11.14
 Konzert 
Künstler:   Metal Safari  
Datum Konzert: 2010.10.30
Bild © 2010 Stefanie Held
Metal Safari feierten am 30. Oktober sowohl das 5-Jährige Bestehen der Band als auch die Veröffentlichung ihres zweiten Albums Prisoner mit einem 2-stündigen Konzert. Ironischerweise fand es in Shibuyas Livehouse Cyclone genau zur gleichen Zeit statt, zu der Taifun Chaba über Tokio hinwegfegte. Mindestens so kraftvoll wie das Wetter ist die Band und das nicht nur, was den Sound angeht. Auch wenn sie neuerdings ein Label haben, das sie unterstützt, so haben Metal safari ihr erstes Album in Eigenregie herausgebracht und sind auf Tour durch Europa und Asien gewesen, wo sie unter anderem auf Taiwans größtem Rockfestival auftraten und in China beim Modern Sky Festival Headliner waren. Zwar sind sie noch nicht beim größten Metalfestival in Japan aufgetreten, aber das Street Team der Band machte beim Loud Park Festival kräftig Werbung für das Konzert im Cyclone, was zeigt, mit wie viel Kraft und Engagement hinter der Band stehen.

Trotz des Wetters strömen die Fans scharenweise ins Cyclone und sichern sich bereits frühzeitig Plätze vor der Bühne. Immer wieder versuchen manche dabei einen Blick hinter die Videoprojektionswand zu erhaschen, hinter der die letzten Vorbereitungen getroffen werden. Als schließlich das Licht im Saal ausgeht und die Projektionswand hochgefahren wird, ist der Jubel riesig, das Publikum presst nach vorne zur Bühne und ein Meer von Händen, die die berühmten Teufelshörner formen, begrüßt Sänger Ina, Gitarrist Hiro, Bassist Jun und Drummer Yazu.

Der Opener Legacy Of the Life ist ein Track des neuen Albums und beginnt mit einigen Deathgrowls von Ina, die bereits erahnen lassen, wie viel Gefühl und vor allem Power in seiner Stimme steckt. Der Song wirkt auf das Publikum wie ein Kickstart und auch die Musiker selbst schließen sich dem Headbanging an, das fast vom ersten Takt an einsetzt. Der harte Rhythmus, den Drummer und Bassist vorgeben, ergreift spürbar Besitz vom Körper und man kann gar nicht anders, als sich zu bewegen. Als nächstes spielen die vier Headbangdaemon, Metal Monstars und The Planet Paranoia, die ebenfalls dem Album Prisoner entnommen sind.

Mit Brand New God pt 1 gehen Metal safari zurück in ihre Bandgeschichte, das Lied erschien auf ihrem ersten Album Return To My Blood. Yazu drischt wie eine Maschine auf sein Schlagzeug ein, der charismatische Bassist Jun bewegt sich zur Musik, scheint jede Zeile des Liedes nachzufühlen und unterstreicht sie mit Bewegungen seines Körpers genau wie Gitarrist Hiro. Mit The Metal Bastard wird die Setlist schließlich um ein weiteres Kapitel aus fünf Jahren Metal Safari ergänzt: Der Track ist aus ihrer CD the first 7 songs

Das Livehouse hat sich in ein rasendes Inferno verwandelt, jeder gibt sich der Musik hin, der man sich nicht entziehen kann. Durch das enge Zusammenspiel der Musiker und Inas kraftvolle Stimme kann man die Lieder nicht nur hören, sondern auch spüren. Der Circlemosh reißt alle Fans wie ein Wirbelsturm mit, nur die in der ersten Reihe krallen sich an der Absperrung fest und headbangen exstatisch. Publikum und Band halten diese Intensität während des gesamten 2-stündigen Sets aufrecht, in dem alle Stücke des neuen Albums Prisoner und eine Mischung von Liedern der Scheiben Return To My Blood und first 7 songs zu Gehör gebracht werden. Der Sound der Band ist brutal und erbarmungslos, die Temperaturen steigen ins Tropische und Sänger Ina ist bei weitem nicht der einzige, der sich seines T-Shirts entledigt.

Crying Wolf, das vorletzte Stück schließlich, zeigt noch einmal Inas stimmliche Qualität, die sich nicht nur in Growls und Screams zeigt, sondern auch melodisch überzeugt, weil er in der Lage ist, sehr viel Gefühl und Ausdruck in seinen Gesang zu legen und seine Vocals auch nach 2 Stunden nicht an Power verloren haben. How To Die bildet vorerst den Abschluss und verlangt durch sein Tempo Publikum und Band körperlich noch einmal alles ab, ehe es etwas entspannter wird, während Hiro ein Gitarrensolo spielt. Dann verlassen die Jungs die Bühne, werden aber selbstverständlich zu einer Zugabe aufgefordert.

Metal Safari spielen drei weitere Lieder und haben sich bei deren Auswahl etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Sie zollen Pantera Tribut, die sie als einen ihrer größten Einflüsse bezeichnen. Dem „Power Groove“, der Texaner sagt man nach, dass man ihn durch den exakt gespielten Rhythmus spüren könne. Ein weiteres Markenzeichen der Metallegende sind die virtuosen Gitarrensoli - Prallelen zu Metal Safari finden sich also genügend. Die Fans sind begeistert von ihrer Version von A New Level, The Great Southan Trendkill und Mouth For War.

Danach verlangt keiner mehr nach einer Zugabe, im Saal geht das Licht wieder an und gibt den Blick frei auf erschöpfte und ausgepowerte Gestalten mit äußerst zufriedenen Gesichtern. Diese Band live zu erleben, ist wie ein Naturereignis, kraftvoll, hart und unerbittlich, und am Ende ist nichts mehr so, wie es einmal war.

Setliste
1. LEGACY OF THE LIFE
2. HEADBANGDAEMON,METAL MONSTARS
3. THE PLANET PARANOIA
4. BRAND NEW GOD pt1
5. ZONE WHITE
6. RETURN TO MY BLOOD
7. UNFOUNDED
8. THE METAL BASTARD
9. GREEN WIZARD
10. THE LOST ACTUALITY
11. BEAUTIFUL MURDER
12. CLONE CHRONICLE
13. 黒視界 KOKUSHIKAI
14. WAR
15. 光 KOU
16. GENE OF THE BEAST
17. HELL`S BLAST
18. CRYING WOLF
19. HOW TO DIE

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PANTERA
20. A NEW LEVEL
21. THE GREAT SOUTHAN TRENDKILL
22. MOUTH FOR WAR
Author: Stefanie Held
letzte Änderung: 2011-05-07